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Einsatzabteilung

EinsatzabteilungDie Einsatzabteilung unserer Feuerwehr besteht derzeit aus 53 aktiven Mitgliedern, wobei sich die Stärke aus 10 Frauen und 43 Männern bildet. Die Kameraden sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr einsatzbereit.

 

Immer dann wen Menschen, Tiere oder Sachgegenstände in Gefahr sind, eilen die Kameraden bei tag und bei Nacht zum Feuerwehrgerätehaus und rücken zur Einsatzstelle aus.

 


Der Dienst in unserer Feuerwehr ist unentgeltlich also ehrenamtlich. Bei besonderen Ausbildungen und Einsätzen, bei denen es zu Verdienstausfällen kommt, übernimmt die Gemeinde oder auch das Land die entstanden kosten, damit es für unsere Mitglieder nicht zum finanziellen Nachteil kommt.

 


Anfangs beschränkten sich die Einsätze, bedingt durch die vorhandene Technik (Löscheimer, später dann Wasserwagen und Handdruckspritzen), hauptsächlich auf Gebäudebrände (Wohnhäuser, Stallungen usw.) innerhalb der Gemeinde. Oftmals konnte wegen Wassermangels, wie zum Beispiel bei dem Brand der Ziegelei im Jahre 1927, nur geringfügig eingegriffen werden. Um den entstandenen Schaden aber trotzdem so gering wie möglich zu halten, zahlten die Versicherungen der zuerst an der Brandstelle eintreffenden Feuerwehr eine Prämie. Diese Prämie war für die Feuerwehren Anlass, Schnelligkeitsübungen durchzuführen.


Während des 2. Weltkrieges wurden ältere Kameraden nach Bombenangriffen zur Brandbekämpfung in Magdeburg eingesetzt, aber auch in der Gemeinde machte sich der Einsatz durch Kriegseinwirkungen erforderlich. So geriet eine Scheune durch Bordwaffenbeschuss in Brand und durch den Abwurf einer Luftmine kam es zur Beschädigung mehrerer Häuser; bei letzterem Einsatz waren eine Tote und mehrere Verletzte zu beklagen. Nach dem 2. Weltkrieg musste sich die Wehr neu formieren; Kraftstoff und Löschgeräte waren knapp, so dass teilweise die Handdruck spritzen wieder zum Einsatz kamen. Besonders Anfang der 50er Jahre muss die Feuerwehr fast täglich in den Sommermonaten zur Waldbrandbekämpfung ausrücken. Diese Brände entstanden oftmals durch Brandstiftung. Den Transport der Kameraden zu den Einsatzstellen übernahmen in dieser Zeit die Forst mit einem Lastkraftwagen sowie die Fleischermeister Fritz Senst und Karl Klavehn mit ihren Viehtransportwagen. Die Einsätze zur Waldbrandbekämpfung wurden den Kameraden durch die Forstverwaltung im Stundenlohn bezahlt und verbrannte Kleidungsstücke sowie Schuhe ersetzt. Mit dem im Jahr 1953 in Betrieb genommenen Hilfs- und Zugfahrzeug wurde die Feuerwehr mobiler und konnte auch an weiter entfernten Bränden eingesetzt werden.


Waldbrandeinsätze, besonders nachdem die russische Armee große Teile der Colbitz - Letzlinger Heide besetzt hatten, beschäftigten die Colbitzer Feuerwehr bis in die 90er Jahre in sehr großem Maße.Aber nicht nur zu Schadenseinsätzen kam die Feuerwehr zum Einsatz; sie übernahm im Jahr 1963 den Transport einer ehemaligen Holzjagdhütte (L/B/H 6,50 m/5,50 m/ 4,50 m) über eine Strecke von 5 km von Zielitz – Ellersell nach Colbitz.


Nach der Inbetriebnahme eines typisierten Löschfahrzeuges im Jahr 1965 kommt es verstärkt zu überörtlichen Einsätzen, da zu diesem Zeitpunkt nur wenige Feuerwehren des Kreises über ein Löschfahrzeug verfügen. Teilweise erfolgt der Einsatz bis nach Magdeburg. Wenig erfreulich für die Feuerwehr waren die Brandstiftungen eines jungen Feuerwehrmannes; wie auch schon oft in anderen Feuerwehren vorgekommen, wollte er seine „Einsatzbereitschaft“ und seinen „Mut“ unter Beweis stellen. Anfang der 70er Jahre kommen bei Waldbrandeinsätzen auch Junge Brandschutzhelfer zum Einsatz, da die personelle Absicherung durch ältere Kameraden nicht immer gewährleistet ist. Nach dem Orkan im Jahr 1972 werden umgestürzte Bäume noch mit Schrotsägen beräumt; Motorkettensägen waren zu diesem Zeitpunkt für freiwillige Feuerwehren noch keine Selbstverständlichkeit. In den 80er Jahren kommt es oft nach Ausrufen der Waldbrandwarnstufe 4 zu Sitzbereitschaften; so besetzte im Jahr 1983 eine Gruppe wochenlang das Gerätehaus, eine in der heutigen Zeit kaum vorstellbare Maßnahme.


Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten änderte sich auch das Einsatzprofil der freiwilligen Feuerwehren. Besonders im Bereich der technischen Hilfeleistung und der Gefahrguteinsätze galt es neue Aufgabe zu lösen. In der DDR waren Einsätze bei Verkehrsunfällen und Gefahrguteinsätze hauptsächlich Aufgabe der Berufsfeuerwehren. Da ein Teilstück der stark frequentierten Bundesstraße 189 den Ausrückebereich der Feuerwehr Colbitz quert und die Zahl der schweren Verkehrsunfälle auch in diesem Bereich zunahm, entschloss sich die Gemeinde zum Kauf der Fahrzeuge und Geräte, die zur Durchführung solcher Hilfeleistungseinsätze erforderlich sind. Zu den schweren körperlichen Einsätzen kam nun auf die Kameradinnen und Kameraden auch die psychologische Belastung, besonders bei schweren Verkehrsunfällen, bei denen Tote und Verletzte geborgen werden, zu. Abschließend kann man sagen, dass das Einsatzprofil der Feuerwehr Colbitz fast alle Bereiche umfasst: Brandeinsätze, technische Hilfeleistung, Befreien von Menschen und Tieren aus Zwangslagen usw. Für Gefahrguteinsätze hält die Feuerwehr Colbitz keine gesonderten Geräte vor, jedoch sind ein Teil der Kameraden für solche Einsätze ausgebildet und können im Bedarfsfall den Gefahrgutzug des Landkreises unterstützen.
 

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