Verhalten im Notfall

Die meisten Menschen wählen die 112 ein- oder zweimal im Leben. Dass man dabei aufgeregt ist und nicht alles richtig macht, ist völlig normal — und kein Problem. Trotzdem hilft es, vorher einmal gelesen zu haben, worauf es ankommt.

Der Notruf ist die 112. Kostenlos, in ganz Europa, von jedem Telefon. Und das Wichtigste vorweg: Rufen Sie lieber einmal zu früh an. Es hat noch nie jemand Ärger bekommen, weil er die 112 gewählt hat — wohl aber ist schon oft zu spät angerufen worden, weil jemand niemanden stören wollte.

Der Anruf

Vergessen Sie die alten Merksprüche mit den fünf W. Sie müssen gar nichts auswendig können. Am anderen Ende sitzt jemand, der genau weiß, was er fragen muss, und der Sie durch das Gespräch führt. Sagen Sie einfach, wo Sie sind und was passiert ist — den Rest holt die Leitstelle sich.

Worauf es wirklich ankommt, ist der Ort. Alles andere lässt sich unterwegs klären, den Weg zu Ihnen nicht. Straße und Hausnummer also, und wenn Sie im Wald oder auf dem Feld stehen: das nächste Wegkreuz, ein Rettungspunkt, ein Hochsitz, die Richtung vom Dorf aus. Lieber eine ungenaue Beschreibung als gar keine.

Und dann bleiben Sie bitte dran. Das ist der Punkt, den fast alle falsch machen: Aufgelegt wird erst, wenn die Leitstelle es sagt. Wir sind längst unterwegs, während Sie noch sprechen — jede Antwort, die Sie jetzt geben, hören wir auf der Anfahrt im Fahrzeug.

Wenn es brennt

Alle raus, Tür zu, 112. In dieser Reihenfolge. Menschen zuerst, alles andere später — Papiere, Laptop und selbst das Haustier sind nicht der Weg zurück in eine brennende Wohnung wert.

Die geschlossene Tür klingt nach einer Kleinigkeit und ist es nicht: Sie hält Feuer und Rauch viele Minuten auf. Nur abschließen sollten Sie sie nicht, sonst kommen wir schlechter hinein. Und nehmen Sie das Treppenhaus, niemals den Aufzug — er kann in der Etage halten, in der es brennt.

Ist das Treppenhaus schon verraucht, gehen Sie nicht hinein. Rauch ist gefährlicher als Feuer, wenige Atemzüge genügen. Bleiben Sie dann in der Wohnung, schließen Sie die Tür, stopfen Sie nasse Handtücher in den Spalt und machen Sie sich am Fenster bemerkbar. Sagen Sie der Leitstelle, in welchem Stockwerk und welchem Zimmer Sie sind. Wir holen Sie da raus.

Am Unfallort

Erst sich selbst schützen, dann helfen. Warnblinker an, Weste anziehen — noch im Auto, nicht draußen —, dann aussteigen und das Warndreieck aufstellen: innerorts etwa 50 Meter vor der Stelle, auf der Landstraße 100, auf der Autobahn 200. Danach die 112.

Vor der Ersten Hilfe haben viele Angst, etwas falsch zu machen. Das Einzige, was wirklich falsch ist, ist nichts zu tun. Ansprechen, eine Decke drüber, dableiben und reden — das ist schon eine Menge, und es ist mehr, als die meisten Verletzten sonst bekommen, bis wir da sind.

Die Rettungsgasse

Auf der Autobahn und auf Landstraßen mit zwei Spuren je Richtung gilt: Sobald es nur noch im Schritttempo geht oder steht, wird eine Gasse gebildet — und zwar zwischen der äußerst linken Spur und der direkt daneben. Bei zwei Spuren fährt links nach links und rechts nach rechts. Bei drei Spuren rückt nur die linke Spur nach links, alle anderen nach rechts.

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Die Gasse gehört gebildet, wenn es anfängt zu stocken, nicht wenn im Rückspiegel das Blaulicht auftaucht. Steht der Verkehr erst einmal Stoßstange an Stoßstange, bekommt niemand mehr eine Gasse hin. Wer keine bildet, zahlt mindestens 200 Euro und bekommt zwei Punkte — aber ehrlich gesagt ist das nicht der Grund, aus dem wir Sie darum bitten.

Was uns wirklich hilft

Ein paar Dinge kosten Sie nichts und ersparen uns im Ernstfall Minuten:

Noch einmal, weil es wichtig ist: Über diese Website und über unsere Rufnummer erreichen Sie uns nicht im Notfall. Hier liest niemand rund um die Uhr mit. Im Notfall immer die 112.

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Freiwillige Feuerwehr Colbitz
Lindhorster Straße 8
39326 Colbitz
Telefon: 039207 80330
E-Mail: feuerwehrcolbitz@elbe-heide.de

Im Notfall: Notruf 112. Über diese Wege werden keine Notrufe entgegengenommen.