Rauchmelder

Es gibt wenige Dinge, die für so wenig Geld so viel bringen. Ein Rauchmelder kostet ein paar Euro und weckt Sie in der Nacht, in der es darauf ankommt. Hier steht, wo er hingehört, wer sich um ihn kümmern muss und was zu tun ist, wenn er piept.

Wer bei einem Wohnungsbrand stirbt, stirbt fast nie in den Flammen. Es ist der Rauch, und er kommt lautlos. Man riecht ihn im Schlaf nicht, man wacht von ihm nicht auf, und nach wenigen Atemzügen ist man nicht mehr in der Lage aufzustehen. Genau diese Lücke schließt ein Rauchmelder — er macht Lärm, solange noch Zeit ist.

Was vorgeschrieben ist

Die Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt verlangt in jeder Wohnung mindestens einen Melder in jedem Schlafzimmer, in jedem Kinderzimmer und in jedem Flur, durch den man im Ernstfall nach draußen kommt. Das ist die Untergrenze, nicht die Empfehlung — im Wohnzimmer schadet einer auch nicht.

Seit wann die Pflicht gilt

Neubauten und Umbauten
seit dem 17. Dezember 2009, spätestens bei Bezugsfertigkeit
Bestehende Wohnungen
Nachrüstfrist endete am 31. Dezember 2015
Wer einbauen muss
die Eigentümerin oder der Eigentümer
Wer sich ums Funktionieren kümmern muss
ebenfalls die Eigentümerin oder der Eigentümer

Die letzte Zeile überrascht viele. In Sachsen-Anhalt bleibt auch die Wartung beim Eigentümer, anders als in manchen anderen Bundesländern — Mieterinnen und Mieter sind dafür nicht von sich aus zuständig. Vermieter können die Prüfung an eine Firma vergeben oder mit den Mietern vereinbaren, dass die das übernehmen. Die Verantwortung dafür, dass die Dinger tatsächlich funktionieren, bleibt beim Eigentum.

Wohin mit dem Melder

An die Decke, möglichst mitten in den Raum — dort sammelt sich der Rauch als Erstes. Ein halber Meter Abstand zu Wänden, Lampen und Schränken, und nicht dorthin, wo es zieht: Neben einem gekippten Fenster oder einer Lüftung zieht der Rauch am Melder vorbei, statt hineinzukommen.

In Küche und Bad gehört keiner hin. Das ist kein Sicherheitsrisiko, sondern Menschenkenntnis: Wasserdampf und Bratendunst lösen ihn dauernd aus, und ein Melder, der ständig grundlos schreit, hängt nach drei Wochen ohne Batterie in der Schublade. Wer die Küche absichern will, nimmt einen Hitzemelder. Bei Dachschrägen hängt der Melder etwa einen halben Meter unterhalb der höchsten Stelle.

Wenn er nachts piept

Halb drei, ein kurzer Piep, dann Ruhe, dann wieder ein Piep. Das ist kein Alarm, sondern die Art eines Rauchmelders zu sagen, dass die Batterie zur Neige geht oder er selbst am Ende ist. Rauchmelder halten ungefähr zehn Jahre, danach werden sie getauscht und nicht repariert; das Datum steht meist hinten auf dem Gehäuse. Und ja, sie fangen fast immer nachts damit an — die Batteriespannung sinkt, wenn es kühler wird.

Ein durchgehender, lauter Ton ist etwas anderes. Das ist der Alarm. Dann gehen Sie raus und rufen von draußen die 112 — auch wenn Sie ziemlich sicher sind, dass nur das Essen angebrannt ist. Nachsehen kostet Sie nichts. Ein Brand, den man zu spät bemerkt, kostet alles.

Es ist uns wirklich lieber, wir kommen zu einem angebrannten Abendessen als eine halbe Stunde später zu einem Zimmerbrand. Zögern Sie nicht, weil Sie sich unsicher sind — dafür sind wir da.

Einmal im Monat, eine halbe Minute

Auf jedem Melder ist eine Taste. Einmal drücken, bis er losgeht, fertig — das prüft Elektronik und Batterie in einem Rutsch. Wischen Sie bei der Gelegenheit den Staub ab, verstaubte Melder reagieren träge. Mehr Wartung braucht ein handelsübliches Gerät im Alltag nicht. Wer es sonst vergisst: am Ersten des Monats, wenn die Sirene zur Probe läuft, oder immer dann, wenn Sie ohnehin die Bettwäsche wechseln.

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39326 Colbitz
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Im Notfall: Notruf 112. Über diese Wege werden keine Notrufe entgegengenommen.